Nach zwei Folgen voller Aha-Momente und Denkanstöße ziehen wir heute im dritten und letzten Teil unserer Mini-Serie zu „Ultra-Processed People“ ein ganz persönliches Fazit: Was hat sich seit der Lektüre in unserer Ernährung verändert – und was nicht?
In den letzten Wochen haben wir viel ausprobiert, hinterfragt und neue Routinen entwickelt. Manche Produkte sind komplett von unserem Speiseplan verschwunden, andere bereiten wir inzwischen wieder selbst zu. Gleichzeitig haben wir gelernt, wo wir Kompromisse eingehen und welche Rolle Genuss, Alltagstauglichkeit und eine entspannte Haltung für uns spielen.
In dieser Folge verraten wir dir, welche Veränderungen bei uns tatsächlich geblieben sind, welche Aha-Erlebnisse wir hatten – und warum wir trotz aller neuen Erkenntnisse an unserer „Möglichst-Diät“ festhalten.
Du erfährst unter anderem:
- welche Produkte wir nicht mehr kaufen – und was wir stattdessen selbst herstellen
- warum sich unser Einkauf im Supermarkt plötzlich ganz anders anfühlt
- welche Rolle Bequemlichkeit und Genuss bei unseren Entscheidungen spielen
- in welchen Bereichen wir auch weiterhin Ausnahmen machen
- welche positiven Überraschungen wir seit der Umstellung erlebt haben
- und warum wir überzeugt sind, dass Veränderungen am besten Schritt für Schritt gelingen
Wir wünschen dir viel Spaß beim Zuhören und laden dich wieder ein, mitzudiskutieren und deine Gedanken zu teilen – entweder direkt unten in den Kommentaren oder in unserer Community.
Links und Infos zur Show
- Ultra-Processed People von Chris van Tulleken (Amazon* | genialokal*)
- Deutsche Ausgabe: Gefährlich lecker: Wie uns die Lebensmittelindustrie manipuliert, damit wir all die ungesunden Dinge essen – und nicht mehr damit aufhören können (Amazon* | genialokal*)
- Community-Diskussion zu Teil 1&2
Erwähnte Rezepte
- Vegane Erdnuss-Karamell-Eiscreme: Das 5-Minuten-Läuferdessert
- Vegane Kichererbsen-Erdnuss-Proteinriegel (einfach, lecker, selbstgemacht)
- Hefeschmelz – zum Beispiel aus diesem Rezept
- Gebrannter Nussmix süß-salzig-pikant: in 15 Minuten selbst gemacht!
- Schnelle vegane Linsencracker: Der ultimative gesunde Snack!
- Das einfachste Vollkornbrot der Welt
- Pizzateig-Rezepte in der beVegt-Community
Erwähnte Beiträge und Podcastfolgen
- beVegt-Podcast #485: Erkenntnisse aus „Ultra-Processed People“ von Chris van Tulleken (Teil 1)
- beVegt-Podcast #487: Erkenntnisse aus „Ultra-Processed People“ von Chris van Tulleken (Teil 1)
- beVegt-Podcast #460: Byebye, Alkohol! Unser ehrliches Fazit nach 6 Monaten ohne Bier, Wein und Co.
- Update: „Goodbye Facebook, Amazon & Co.“ – das haben wir seitdem verändert
- Unsere entspannte Ernährungsphilosophie: Die Möglichst-Diät
- Veganes Proteinpulver im Test: 50 Marken im Überblick
- Vegane Proteinriegel im Test: 46 Sorten im Überblick
Sonstiges
- Das Proteinpulver, das wir aktuell verwenden: Volksshake*
- Hol dir den kostenlosen beVegt-Newsletter
- Komm in unsere Online-Community
beVegt unterstützen
Wenn dir der beVegt-Podcast gefällt und du uns jede Woche gerne hörst, dann freuen wir uns, wenn du Supporter:in wirst und uns bei unserer Arbeit unterstützt.
So kannst du uns unterstützen!
Wir freuen uns zum Beispiel, wenn du eines unserer Kochbücher kaufst (oder verschenkst), oder uns via Steady oder Paypal finanziell unterstützt. Es ist ganz egal, ob das „nur“ 1 Euro oder mehr ist – jeder Beitrag hilft uns dabei, beVegt für dich am Leben zu halten.

Ich hab mich auch lange um den Joghurt gedrückt. Und liebe auch den Skyr von A. Aber der selbstgemachten ist schon toll. Meiner Erfahrung nach gelingt er am besten mit der Art Sojamilch die ihr im Podcast erwähnt habt, also wirklich nur Wasser und Sojabohnen. Als Starterkultur hat sich für mich der von Alnatura oder Sojade bewährt.
Rezept: Einfach 1l Sojamilch auf 45° erhitzen (Thermometer ist zu empfehlen). Dann 4 EL von eurem Starterjoghurt gut unterrühren und für 7 Stunden warm halten. Ich hab mir si einen Joghurt bereitet zugelegt, da der die Temperatur schön stabil hält.
Die anderen Versuche mit Thermoliste etc sind nie so gut von der Konsistenz geworden.
Ich feier ja eure Buchbesprechungen sehr und freue mich auf die nächsten.
Hallo Anna,
danke dir für die Ermutigung, Joghurt auszuprobieren. Eine praktische Frage: Du kaufst dann regelmäßig einen Sojade-Joghurt als Starterkultur, oder kannst du deinen selbstgemachten Joghurt zum Starten verwenden?
Ich bin ja froh dass ihr meinen Beitrag trotz gescheiterter Autokorrektur verstehen konntet.🙈
Nein, man kann dann den eigenen Joghurt als Starter nehmen. Immer wieder etwas abzwacken und daraus den neuen machen, wie beim Sauerteig. Das fand ich toll weil es auch Verpackung spart.
Ich gebe zu, bei den ersten beiden – vor allem der ersten – Folgen zu dem Thema war ich ein bisschen irritiert. Weil sie mir entgegen eurem sonstigen Ansatz etwas dogmatisch erschienen, aber es war halt eine Buchvorstellung und in der aktuellen Folge habt ihr ja nun eure persönlichen Learnings und Konsequenzen beschrieben und die fand ich sehr nachvollziehbar, entspannt und praktikabel. Ich persönlich habe eine sehr ähnliche Einstellung und habe in meiner Ernährung schon seit längerem Produkte mit langen und vor allem unnatürlichen Zutaten ziemlich weitgehend gestrichen. Aber nicht komplett. Vereinzelte Lieblingsprodukte wie die auch für mich obligatorische Baristamilch (beim Kaffee hört der Spaß auf …) gönne ich mir weiterhin und die Umstände, vor allem wenn man unterwegs ist, können auch schon mal so sein, dass man nicht die gleichen Maßstäbe wie zu Hause anlegt.
Zum Thema Joghurt und Quark: Nehme ich weiter regelmäßig, als Zutat für’s Salatdressing, Dips etc.. Ich kaufe die von Alnatura, die es auch bei Edeka gibt. Der Joghurt besteht aus Sojadrink (Wasser, Sojabohnen) und Milchsäurebakteriekulturen – genau das sind auch die Zutaten für einen selbst angesetzten Joghurt. Beim Quark kommt dann noch als natürliches Verdickungsmittel Apfelpektin dazu.
Hallo Eckhard, ich weiß was du meinst mit der ersten Folge. Ich hab selbst die ganze Zeit ein bisschen dieses Dilemma gespürt, dass wir ja auf der einen Seite eine entspannte Einstellung zur Ernährung ohne Verbote vermitteln möchten, andererseits im Buch eine große Gruppe von Lebensmitteln ziemlich kategorisch an den Pranger gestellt wird.
Inzwischen denke ich aber, dass es niemandem hilft, wenn man so tut, als wären UPF ganz normale Lebensmittel, die einen festen Platz in der Ernährung verdient hätten. Aber wie du an deinem Beispiel zeigst ist ja weiterhin ein unverkrampfter und undogmatischer Ansatz möglich, bei dem man den Anteil an UPFs deutlich reduziert, sie aber weiterhin gelegentlich und „gezielt“ konsumiert, ohne deswegen ein schlechtes Gewissen zu haben. Genau so werden wir es zukünftig auch handhaben.
Und danke für deinen Joghurt-Tipp. Der von Alnatura wurde uns jetzt schon mehrfach empfohlen, den werden wir mal ausprobieren!
Hallo !
Die Podcast-Folge fand ich mal wieder sehr interessant und war schon sehr neugierig auf eure Tipps und Erfahrungen. Dank euch ernähre ich mich auch seit 5 Jahren vegan und am liebsten auch vollwertig. Wobei ich aus praktischen Gründen natürlich auch verarbeitete Lebensmittel kaufe, aber so gut wie keine veganen Ersatzprodukte( wie Käse, Wurst und Co.)
Hier einige von meinen Tipps:
* Popcorn, selbstgemacht aus Popcornmaiskörnern, super schnell gemacht, (Topf mit etwas Öl) einfach nur etwas Salz dazu, fertig. Wir lieben es hier…
* Räuchertofu ( nicht ganz unverarbeitet!) als Aufschnitt aufs Brot
* ein schneller Brotaufstrich sind mit Gabel zerquetschte Bohnen oder frisch zubereitete, zerquetschte TK Erbsen, mit Kräutern, Knoblauch oder Gewürzen nach Belieben.. Ich mag ganz besonders die Erbsen mit Minze und etwas Knoblauch. Allein die knallige, grüne Farbe macht schon Appetit!
* als Joghurt verwende ich, auch hier bereits erwähnt, die Quarkalternative von Alnatura. Der Joghurt von Alnatura ist mir von der Konsistenz zu flüssig (dafür aber ohne Pektinzusatz).
Die Quarkalternative funktioniert super mit Obst , aber auch herzhaft als Dipp…
Ich bin gespannt, wie eure „Reise“ weitergeht und würde mich freuen, wenn es in der Zukunft ein Update dazu geben würde.
Ich mag euren Podcast unheimlich gern, die Abwechslung und eure lockere, ehrliche Art.
Vielen Dank und schöne Grüße,
Edith.
Hallo Edith,
vielen Dank für deine lieben Worte und deine Tipps. Von unserer Reise werden wir auf jeden Fall weiter berichten!
Sehr interessante Folge, auf die ich schon gewartet hatte, um von Euren individuellen Erkenntnissen und Veränderungen zu hören.
Eine Ergänzung zur Kokosmilch, auch wenn ihr mit eurer Wahl zufrieden seid. Von REWE Bio gibt es in der 400ml Dose eine Kokosmilch mit 88% Kokosnussfruchtfleisch und Wasser, ohne weitere Zutaten. Mittlerweile auch in der kleinen 200ml Dose, die für mich alleine perfekt ist. Eine Bekannte schlägt aus dem abgesetzten Kokosfett eine Art Schlagsahne und somit auch eine ziemlich „pure“ Variante, vielleicht eine Anregung zum Ausprobieren.
Ansonsten versuche ich auch so wenig verarbeitet wie möglich einzukaufen, bin dann wie ihr sehr schnell fertig und trotzdem ist ab und zu doch eine „bequeme“ Variante wie cremige Sahne zum Kochen oder Aufstrich im Kühlschrank, da es für mich alleine manchmal ziemlich schwierig ist, die Rezepte auf so kleine Mengen heruntergerechnet nachzukochen oder speziell auch dann mit dem Mixer zu arbeiten. Manchmal ist es auch einfach die fehlende Zeit oder der Wunsch danach, nicht alles selbst herzustellen und von dem Luxus einer „fertigen“ veganen Alternative zu profitieren. Im Sport bin ich auch bei euch und dort hat das Proteinpulver und der Eiweißriegel seinen Platz, wohldosiert, doch als Unterstützung wichtig.
Hallo Christina,
danke dir, wir kennen sogar diese Kokosmilch und einige Alternativen, die ebenfalls keine Zusätze enthalten. Es ist bei uns hier der Mix aus Funktionalität, Verarbeitung und Bequemlichkeit, die zu dieser Kokosmilch führt, aber das kann sich natürlich ändern.
Und klar, auch wir sind manchmal bequem, aber es hat uns sehr geholfen, einige Routinen und Gewohnheiten zu überdenken!
Hallo Katrin und Daniel.
Ich bin neu bei Eurem Podcast nachdem ich Purity beim Mauerweglauf gesehen habe. Vorher war mir Eure Seite bei der Suche nach veganem Eiweißprotein – sehr positiv – aufgefallen.
Ich bin keine Veganerin, was auch an meinen Nahrungsallergien liegt. Ich bin jedoch definitiv bei Euch, wenn es darum geht, sich vorrangig pflanzlich zu ernähren. Zusätzliche Einschränkungen will ich mir nicht auferlegen, denn ich bin schon einige Jahre dabei, verarbeitete Lebensmittel weitgehend zu vermeiden (mein Augenöffner: „Der Ernährungskompass“ von Bas Kast). Da ich viele Gerichte anpassen muss (wenn ich nicht auf sie verzichten möchte) wird viel selbst gemacht und tatsächlich macht nicht alles so viel Arbeit wie man zuerst denkt. Brot zum Beispiel. Ich backe ein bis zwei Mal pro Woche Brot und Brötchen mit Weizen- oder Roggensauerteig. Dazu kann ich besonders das Buch „Brot backen in Perfektion mit Sauerteig“ von Lutz Geissler empfehlen.
Wegen des Belages: ich mag es schlicht und esse Avocado, Tomate und anderes Gemüse auf Brot. Reste von Gemüsegerichten kann man wunderbar verdünnen und auf das Brot streichen. Das ist eine super Resteverwertung und kommt dann auch in verwertbaren Mengen, die bestimmt nicht schlecht werden. Denkt doch mal an Eure Reste vom Kochen und was man machen kann, um sie in einen Brotbelag zu verwandeln.
Das sind nur einige meiner Gedanken zu Eurem Podcast…
Macht weiter so, es ist spannend und wertvoll, was ihr macht. Danke!
Dankeschön Christine für deine Ideen! Was meinst du genau mit „Reste von Gemüsegerichten verdünnen“? Bei uns bleibt leider selten etwas übrig, wir sind gute Esser 🙂
Danke für diese Folge! Bei mir hat sich damit auch der Appetit auf Hochverarbeitetes schlagartig reduziert 🙂
Ein etwas anderer Tipp, der aber gut dazu passt: Ich verwende seit ein paar Wochen ein Vakuumiergerät, mit dem man Lebensmittel in gewöhnlichen Schraubgläsern länger haltbar machen kann. Das hat sich super bewährt, z. B. bei Himbeeren, die sonst oft am nächsten Tag schon schlecht sind. Und gerade, wenn man viel selbst macht, z. B. Aufstriche, selbstgemachten Mozzarella usw., lohnt sich das eher, wenn man es nicht so schnell aufbrauchen muss.
Hallo Regine,
freut uns, dass wir dich mit der Folge motivieren konnten! Und danke für den Tipp. Für uns wäre in Vakuumiergerät wahrscheinlich nichts, aber vielleicht hilft dein Tipp jemand anderem hier.
Liebe Katrin,
gute Esser sind wir auch, dann muss man eben noch etwas mehr kochen. 😉
Wir kaufen, was auf dem Markt oder im Hofladen gut aussieht. Und im Garten kommt das Gemüse manchmal im Übermaß. Dann muss man sich überlegen wie man es verarbeitet. Denn eines mag ich gar nicht: Lebensmittel wegwerfen.
Aus diesen Gegebenheiten und der Tatsache, dass der Tag eben ’nur‘ 24 Stunden hat, kochen wir in größeren Portionen und als Grundansätze. Das spart Zeit. Linsenbolognese zum Beispiel koche ich in doppelter Menge, dann teile ich mir ab, was ich für den Tag brauche und gebe erst dann das frische Gemüse (z.B. Blockpaprika) dazu und würze nach. Den Rest lege ich für ein paar Tage in den Kühlschrank und gebe beim nächsten Kochen ein anderes Gemüse dazu (z.B. Kürbis oder Möhre).
Wenn von so einem Gericht etwas übrig bleibt, kann man es zum Schluss als Brotaufstrich verwenden. Eventuell würzt man nach (meist Salz), ggf. zerkleinert man etwas (Verdünnen war wirklich blöd ausgedrückt von mir. Sorry.). Fertig.
Das geht auch gut mit Tomaten- oder Auberginengerichten.
Und wenn ich Gemüsepuffer aus weichen Gemüseresten (Kartoffel, Süßkartoffel, Kürbis Möhren, in kleinen Mengen auch weicheren und wässrigen Gemüse) mache, essen wir sie später kalt zu Brot oder als Burger.
Viele Grüße!
Hallo Christine,
danke dir, und genau so machen wir es auch – kochen oft doppelte Portionen und werten sie anders auf. Und bei uns ist es die Solawi, die uns zeitweise mit viel Gemüse „überschüttet“. Ich sag nur Zucchini- und Gurkenschwemme im Sommer 🙂 Suppenreste werden bei uns oft zu Soßengrundlagen, und weggeworfen wird wirklich nichts. Dafür ist Essen einfach zu schade!