Auch wenn ich früher nie ein besonders großer Rührei-Fan war, esse ich heute gerne mal eine vegane Rührei-Alternative. Als spätes Frühstück, im Urlaub oder natürlich als Extra zu einer klassischen Brotzeit: Veganes Rührei ist lecker, macht satt und liefert außerdem eine ordentliche Portion pflanzliches Protein.
Bisher haben wir meistens veganen Rührtofu zubereitet, also Rührei auf Basis von Naturtofu, verfeinert mit Seidentofu für eine besonders authentische Konsistenz oder mit angebratenem Räuchertofu für eine leicht speckige Note. Ein gelingsicheres Basisrezept dafür findest du hier.
Heute soll es aber um eine Alternative zur Tofuvariante gehen: veganes Rührei auf Basis von Mung Dal. Dabei handelt es sich um geschälte und halbierte Mungbohnen, die du in jedem Biomarkt als Trockenware bekommst.
Veganes Rührei mal anders: mit Mung Dal statt Tofu
Und dieses Mung-Dal-Rührei ist soooo lecker! Am besten schmeckt es uns mit einer Scheibe frischem oder getoastetem Brot. Und das Beste: Die eigentliche Zubereitung geht richtig schnell, und abgesehen von den Mungbohnen wirst du wahrscheinlich alle Zutaten dafür zu Hause haben.
Da Mung Dal etwa 23 g Protein pro 100 g enthalten, liefert eine Portion unseres veganen Rühreis bereits rund 17 g Protein allein aus den Hülsenfrüchten.
Für mich war das Rezept eher ein Zufallsfund. Ich habe bei uns im Schrank eine Packung Mung Dal entdeckt, die schon seit geraumer Zeit geöffnet war, und wollte sie endlich aufbrauchen. Das hat nur so halb gut geklappt, denn inzwischen landet bei fast jedem Biomarktbesuch eine neue Packung in unserem Einkaufswagen.
Ganz egal also, ob du mal wieder vor einem leeren Tofuregal stehst (Stichwort „Tofukrise“), oder einfach etwas Neues ausprobieren möchtest: Ich lege dir dieses vegane Rührei aus Mungbohnen sehr ans Herz.
Einen kleinen Haken gibt es allerdings: Du musst einen Tag im Voraus planen, denn die Mungbohnen werden über Nacht in Wasser eingeweicht. Danach geht die Zubereitung dafür umso schneller. Und ich bin ziemlich sicher, dass dich das Ergebnis genauso begeistern wird wie uns.


Rezept für veganes Rührei aus Mung Dal
Zutaten für 2 Portionen
- 150 g Mung Dal (halbe geschälte Mungbohnen)
- 150 ml Sojamilch (ungesüßt)
- 1 TL Kurkumapulver
- ½ TL Kreuzkümmel
- Salz und Pfeffer
- 1 EL Öl zum Anbraten
- 1 rote Zwiebel
zum Garnieren
- frischer Schnittlauch
- Kala Namak-Salz*
Zubereitung
- Mung Dal über Nacht in ausreichend Wasser einweichen.
- Am nächsten Tag Bohnen gut spülen. Zusammen mit Sojamilch, Salz, Pfeffer, Kurkuma und Kreuzkümmel in einen Mixer geben und zu einer cremigen, glatten Masse mixen.
- Zwiebeln schälen und fein hacken. Das Öl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebeln darin glasig anschwitzen.
- Jetzt die Temperatur etwas reduzieren und die flüssige Mung Dal-Mischung hinzugeben. 3-4 Minuten stocken lassen und anschließend mit einem Pfannenwender zerpflücken.
- Für weitere 1-2 Minuten warten, wieder zerpflücken so dass nichts anbrennt, und wenn nötig noch einmal wiederholen. Der Teig sollte komplett gegart sein und darf an einigen Stellen bräunlich werden.
- Auf Tellern anrichten, mit Schnittlauch und optional Kala Namak-Salz* garnieren und mit frischem Brot servieren.
Zubereitungs- und Variationstipps
Welche Pflanzenmilch eignet sich für das Rezept?
Grundsätzlich kannst du jede ungesüßte Pflanzenmilch verwenden. Wir greifen gerne zu Sojamilch, weil sie zusätzlich noch etwas Protein mitbringt. Wichtig ist vor allem, dass du eine Sorte ohne Zucker verwendest. Eine gesüßte Pflanzenmilch würde geschmacklich überhaupt nicht zu diesem herzhaften Gericht passen.
Mit den Gewürzen experimentieren
Beim Kreuzkümmel kannst du die Menge ganz nach deinem Geschmack anpassen. Ich selbst vertrage größere Mengen nicht besonders gut und dosiere ihn deshalb eher zurückhaltend. Zusätzlich passen zum Beispiel Paprikapulver oder etwas Currypulver sehr gut zum Mung-Dal-Rührei.
Warum wir rote Zwiebeln verwenden
Rote Zwiebeln schmecken etwas milder und süßlicher als weiße Zwiebeln und passen deshalb besonders gut in dieses Rezept. Wenn du keine roten Zwiebeln zu Hause hast, funktioniert aber auch jede andere Sorte.
Kala Namak sparsam dosieren
Kala Namak* sorgt mit seinem schwefeligen Aroma für den typischen Ei-Geschmack. Es ist aber kein Muss. Manche Menschen mögen den Geruch und Geschmack überhaupt nicht. Wenn du Kala Namak verwendest, taste dich deshalb am besten mit einer kleinen Menge heran. Und nicht vergessen: Mit Kala Namak erst direkt vor dem Genuss würzen, da sich die Aromen schnell verflüchtigen.
Gemüse direkt mit in die Pfanne geben
Du kannst das vegane Rührei erweitern und zusammen mit dem Teig noch Gemüse in die Pfanne geben. Besonders gut passen frische oder getrocknete Tomaten, Champignons oder frischer Spinat. So kannst du das Grundrezept immer wieder abwandeln und gleichzeitig Gemüsereste verwerten.

Hallo Katrin,
Ist Mung Dal das selbe oder nur das gleiche wie Mungobohnen?
Bei mir gibt es leider nur zweiteres.
Hallo Lieselotte,
nein, das ist nicht das gleiche. Mung Dal sind geschälte und halbierte Mungbohnen. Sie erscheinen gelb oder gelblich.
Mungbohnen sind eher grünlich, würden eine deutlich längere Einweichzeit benötigen, nicht so glatt beim Pürieren werden, und der Geschmack im Endergebnis dürfte bohninger sein. Kurzum: ich würde es nicht mit Mungbohnen ausprobieren.
Hast du einen Alnatura oder anderen Biomarkt in der Nähe? Dort solltest du Mung Dal problemlos bekommen. Oder ggf. fragen – ich suche manchmal auch und sehe die Packung einfach nicht wenn wieder umgeräumt wurde.
Sehr leckere Alternative zum „Rührei“ aus Tofu. Wir haben uns beim Essen überlegt, ob es wohl auch möglich ist eine süße Variante à la Kaiserschmarrn daraus zu machen. Die Konsistenz könnte auf alle Fälle gut passen. Wir werden dies sicherlich einmal ausprobieren. Vielen Dank für das leckere Rezept und eure wertvolle Arbeit.
Danke dir Petra! Und zu deiner Frage bzw. Anmerkung: hm, da hab ich noch nie drüber nachgedacht. Wenn du es ausprobiert hast, dann lass es mich gerne wissen wie es geschmeckt hat und was du genau gemacht hast. Würde mich sehr interessieren!