Kennst du das auch: Früher gab es Gemüsesorten, mit denen du so gar nichts anfangen konntest, und irgendwann entdeckst du plötzlich, wie großartig sie eigentlich sind? So ging es mir mit Lauch.
Lange war Lauch für mich einfach „nur“ ein Suppengemüse. Zudem noch unhandlich und für das Gemüsefach im Kühlschrank oft zu lang geraten. Heute freue ich mich jedes Mal wie ein kleines Kind, wenn wir bei unserer Solawi eine frische Stange Lauch (oder noch besser: zwei Stangen Lauch) abholen dürfen, denn sein unverwechselbarer Geschmack macht aus jedem Gericht etwas ganz Besonderes.
Für unsere cremig-leckere Lauch-Kichererbsen-Pfanne habe ich den knackigen Lauch zusammen mit Kichererbsen angebraten und mit griechischen Nudeln (Kritharaki), einer ultra-cremigen Soße und ein paar Gewürzen in einer Pfanne zubereitet.
Und zwar als One Pot-Meal, bedeutet: weniger Spülarbeit und mehr Zeit für die wirklich schönen Dinge im Leben!
Umami + Cashewsahne + Protein = Wohlfühlgericht
Abgerundet wird das Traumgericht durch getrocknete Tomaten (Umami pur!) und eben einer cremigen und gleichzeitig vollwertigen Sahnesoße, die ich aus Cashewkernen und weißen Bohnen zubereite. So entsteht ein proteinreiches Comfort Food, das gerade in der kühleren Jahreszeit perfekt ist. Da kann es draußen stürmen und regnen wie es will – wenn wir mit einer Portion Lauch-Kichererbsen-Pfanne zu Hause sitzen geht es uns gut!
Übrigens: Wusstest du schon, dass Lauch zur gleichen Familie gehört wie Zwiebeln und Knoblauch? Er sorgt aus diesem Grund für das typische „Allium-Aroma“, aber mit einem wichtigen Unterschied: Lauch ist im Geschmack deutlich milder als Zwiebeln und Knoblauch, weshalb man ihn so wie hier prima als „Hauptgemüse“ einsetzen kann.
Schreib dir also am besten gleich zwei Stangen Lauch auf deine Einkaufsliste – ich bin sicher, dass dich dieses Rezept genauso begeistern wird wie uns!


Zutaten für 2 große Portionen
- 2 EL Öl zum Anbraten (z.B. Rapsöl)
- 2 Stangen Lauch
- 250 g Kichererbsen (gekocht)
- 5 getrocknete Tomaten
- 150 g Kritharaki (griechische Reisnudeln)
- 3 EL Hefeflocken*
- 1 TL Zitronensaft
- Muskatnuss
- Salz und Pfeffer
Für die Soße
- 75 g Cashewkerne*
- 125 g weiße Bohnen (gekocht)
- 400 ml Gemüsebrühe*
Zum Garnieren
- 1 Bund Schnittlauch
Zubereitung
- Lauch in Ringe schneiden (je nach Größe ggf. vorher halbieren). Getrocknete Tomaten in Streifen schneiden und Schnittlauch grob hacken. Alle weiteren Zutaten in Reichweite stellen.
- Aus Cashewkernen, weißen Bohnen und Gemüsebrühe im Mixer eine Sahnealternative herstellen und erst mal beiseite stellen.
- Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Lauchringe für 5 Minuten unter Wenden anbraten. Kichererbsen hinzufügen und kurz mitbraten. Mit der Sahnealternative ablöschen und Kritharaki einrühren.
- Mit einem Deckel die Pfanne abdecken und die Temperatur so einstellen, dass es leicht köchelt. Regelmäßig umrühren (die Nudeln können schnell am Pfannenboden festkleben) und bei Bedarf schlückchenweise noch mehr Wasser oder Gemüsebrühe einrühren.
- Wenn die Nudeln gar sind (je nach Sorte dauert das ca. 10 Minuten) getrocknete Tomaten unterheben und mit Hefeflocken, Zitronensaft, Muskatnuss, Salz und Pfeffer kräftig würzen.
- Die Lauch-Kichererbsen-Pfanne auf Tellern verteilen und mit frischem Schnittlauch garnieren.
Zubereitungstipps und Alternativen
Statt der Kichererbsen kannst du auch Kidneybohnen oder grobe Sojaschnetzel* verwenden.
Anstatt der Kritharaki verwende gerne bereits gekochte Nudeln vom Vortag (am besten eine kleine Pastasorte), kleingeschnittene gekochte Kartoffeln oder Süßkartoffeln. Auch Quinoa oder Couscous passen hervorragend in das Gericht. Wenn du schon fertig gekochte Nudeln oder Kartoffeln verwendest ist die Lauch-Kichererbsen-Pfanne noch schneller fertig.
Anstelle von getrockneten Tomaten kannst du Champignons oder getrocknete Pilze wie Shiitake verwenden. Das sorgt ebenfalls für ordentlich Umami und gleichzeitig für Abwechslung auf dem Teller.
Für eine sahnige und gleichzeitig proteinreiche Soße kombinieren wir Cashewkerne und weiße Bohnen. Alternativ kannst du nur Cashewkerne (cremig, sahnig, leicht käsig) oder nur Bohnen (fein im Geschmack, mit Extra-Protein) einsetzen.
Etwas Abrieb einer Bio-Zitrone sorgt für die Extra-Portion Frische. Wer es schärfer mag, gibt eine Prise Chili oder Räucherpaprika dazu.
Mealprep-Tipp: Das Gericht lässt sich super vorbereiten und hält sich im Kühlschrank 2–3 Tage. Am nächsten Tag schmeckt es fast noch besser.
Fun Fact: Dieses Rezept schlummert schon länger in unserem „Veröffentlichen“-Archiv. Bevor wir es final für diesen Beitrag fotografiert haben, mussten wir es noch ein paar Mal zubereiten und experimentieren, denn ursprünglich hatte ich mit einer Zutat gearbeitet, wir wir seit der Lektüre von Ultra-Processed People* nicht mehr verwenden. Ehrlich gesagt schmeckt uns die Lauch-Kichererbsen-Pfanne in der jetzigen Version sogar noch besser!

Was habt ihr denn vorher für eine Zutat verwendet und warum nutzt ihr diese jetzt nicht mehr?
Wenn man nur weiße Bohnen für die Soße verwenden möchte, bleibt dann der Rest gleich?
Die Idee mit den Pilzen finde ich auch sehr gut!
Hallo Anne,
ursprünglich hab ich mit veganem Streukäse in der Soße gearbeitet. Nach der Lektüre des Buchs „Ultra-Processed People“ versuchen wir, hochverarbeitete Lebensmittel in unserer Ernährung zu minimieren. Wenn du mehr darüber erfahren willst empfehle ich dir unsere Podcast-Folgen 485, 487 und 489.
Die weißen Bohnen enthalten mehr Wasser als Cashewkerne so dass du weniger Flüssigkeit benötigst. Ich würde trotzdem mit der Menge im Rezept starten und dann beim Kochen schauen, wie viel bzw. wie. wenig du noch dazugeben musst. Lass es dir schmecken!
Danke für das Rezept.
Habe heute ganz spontan die Soße ausprobiert.
Schmeckt sehr lecker, allerdings hab ich zunächst nur 200ml Gemüsebrühe dazugetan und hab es auch dabei belassen.
So ist die Soße schön cremig und mir wäre sie mit den 400ml zu dünn.
Hallo Bernd, das freut mich! Hattest du bereits gekochte Nudeln verwendet?
Heute gekocht und von der gesamten Familie für sehr lecker befunden!
Hallo Mel, dankeschön, freut mich natürlich sehr! Passt einfach perfekt in den Herbst!
Super lecker und perfekt für mich, weil ich nach einem Rezept gesucht habe um Lauch zu verwerten und genau 2 Stangen daheim hatte 😉 Außerdem konnte ich endlich die „Vorratsleiche“ Kritharaki zum Einsatz bringen…
Mir waren die Cashews ausgegangen, hab stattdessen mal die heimische Alternative Sonnenblumenkerne verwendet, was super funktioniert hat!
Freue mich übrigens bei euren Rezepten immer, dass man eher selten Käseersatz und co braucht – da muss ich nicht immer die Rezepte abwandeln sondern kann mal einfach nach Angabe kochen. Wird es sicher noch öfters geben.
Hallo Agnes, dankeschön, das ist ja ein tolles Lob!
Und genau, wir werden auch zukünftig darauf achten dass wir ohne Käseersatz arbeiten. Aber selbst in alten Rezepten haben wir oft Alternativen wie z.B. Hefeschmelz zum Überbacken genannt.