Ganz genau können wir es natürlich nicht sagen, aber grob überschlagen haben wir in unserem Leben schon mehr als 10.000 Euro für Bücher ausgegeben.
An viele davon können wir uns heute kaum noch erinnern. Andere sind uns dagegen über Jahre im Gedächtnis geblieben … und einige wenige haben unsere Sicht auf die Welt verändert, uns geprägt oder unserem Leben sogar eine neue Richtung gegeben.
In Folge 541 des beVegt-Podcast stellen wir dir 15 dieser besonderen Bücher vor – und erzählen, warum sie für uns bis heute eine Bedeutung haben.
Bücher, die Katrin geprägt haben
Klaus Kordon: Brüder wie Freunde*
Ein autobiografischer Kinder- und Jugendroman und Auftakt einer Trilogie über das Leben eines (zu Beginn) 7-jährigen Jungen in der Berliner Nachkriegszeit. Er leidet unter seinem Stiefvater, muss den viel zu frühen Tod seines Bruders verkraften und kommt im Ostteil Berlins gleichzeitig direkt mit den politischen Umbrüchen der Zeit in Berührung. Wahrscheinlich eine der ersten Buchserien, die ich damals als Kind gelesen habe, und für die ich mich bis heute begeistern kann.
Herbert Steffny/Ulrich Pramann: Perfektes Lauftraining*
Das Buch, mit dem ich mich auf meinen ersten Marathon 2006 vorbereitet habe, und zwar mit einem Plan, der nahezu perfekt aufging. Fordernd, aber nicht überfordernd. Wer weiß, wie mein Leben verlaufen wäre, wenn mir dieses Buch nicht über den Weg gelaufen wäre oder der Marathonplan nicht für mich funktioniert hätte.
Joy Fielding: See Jane Run – genialokal* | amazon*
Wahrscheinlich der erste englischsprachige Roman, abgesehen von Schulpflichtlektüren, den ich mit 18 Jahren gelesen habe. Ab da wusste ich, dass ich Romane problemlos auf Englisch lesen kann. Auf deutsch: Lauf, Jane, lauf!
Jonathan Safran Foer: Tiere essen (Eating Animals im Original) – genialokal* | amazon*
Mein Türöffner zum Veganismus. Ich habe es im richtigen Moment gelesen, und es hat mich genau auf die richtige Weise angesprochen: unterhaltsam geschrieben, nahbar, motivierend und informativ, ohne belehrend zu wirken.
Ein anderes Buch hätte bei mir vielleicht Ablehnung ausgelöst, und vielleicht wäre ich erst Jahre später zum Veganismus gekommen.
Tammy Strobel: You can buy happiness and it’s cheap – genialokal* | amazon*
Mein Türöffner zum Minimalismus. Genau wie Eating Animals hat mich You Can Buy Happiness damals, etwa 2012, im richtigen Moment erwischt. Es hat mich motiviert, bei mir zu einem Umdenken geführt und automatisch kiloweise Kleidung und anderen „Clutter“ aus der Wohnung geholt.
Leider gibt es keine deutsche Übersetzung.
Shia Su: Zero Waste: Weniger Müll ist das neue Grün – genialokal* | amazon*
Dieses Buch war mein Türöffner für „Less Waste“, denn von Zero Waste sind wir sehr weit entfernt. Shia Su hat mich praktisch an die Hand genommen und mir durch ihr Buch Bereiche gezeigt, die wir optimieren können. Mindestens genauso wichtig: Mittlerweile sind wir seit vielen Jahren mit Shia und ihrem Mann Hanno befreundet.
Bücher, die Daniel geprägt haben
Ulrich Strunz: Forever Young – Das Leicht-Lauf-Programm
Sein erstes Laufbuch vergisst man vermutlich nie, und tatsächlich kann ich mir das Cover von „Forever Young“ noch immer problemlos vor Augen rufen. Der Untertitel „Ihr Start in ein neues Leben“ hat für mich auf jeden Fall gehalten, was er versprochen hat. Und der Grundgedanke von Strunz‘ Leicht-Lauf-Programm – locker, leicht, lächelnd – ist auch mehr als ein Vierteljahrhundert später noch immer ein großartiges Laufmantra.
Richard Dawkins: Der entzauberte Regenbogen – genialokal* | amazon*
Dieses Buch habe ich irgendwann in den Nullerjahren als Mängelexemplar für einen Euro vom „Wühltisch“ gefischt … und es war der Auftakt in meine „Dawkins-Phase“, in der ich unzählige Bücher und Videos des britischen Evolutionsbiologen verschlungen habe. Dawkins zeigt, warum die Welt nichts von ihrem Zauber verliert, wenn wir versuchen, sie zu verstehen – und liefert ein leidenschaftliches Plädoyer für Wissenschaft und Vernunft.
Dean Karnazes: Ultramarathon Man – genialokal* | amazon*
Kaum zu glauben, aber vor 20 Jahren waren Ultraläufer:innen noch eine eher seltene Spezies. Ich bin über „Ultramarathon Man“ zum ersten Mal überhaupt mit diesem Sport in Kontakt gekommen, und die Lektüre hat eine ganz neue Welt für mich eröffnet. Karnazes lustig-unterhaltsamer Schreibstil machen das Buch zu einem auch heute noch lesenswerten Klassiker der Laufliteratur.
T. Colin Campbell: Die China Studie – genialokal* | amazon*
Während Foers „Tiere Essen“ mir die ethischen Aspekte der Massentierhaltung vor Augen geführt hat, habe ich durch Campbells „China Studie“ erfahren, dass es auch gute gesundheitliche Argumente für eine pflanzliche Ernährung gibt. Auch wenn es berechtigte Kritik an der Studie und Campbells Schlussfolgerungen daraus gibt: Das Buch hat mich damals in meinem Beschluss bestärkt, vegan zu werden … und zu bleiben.
Sam Harris: Erwachen – Spiritualität jenseits von Glaube und Religion – genialokal* | amazon*
Als „rational“ veranlagter Mensch habe ich mich mit dem Thema Spiritualität immer etwas schwer getan … bis ich zufällig über dieses großartige Buch von Sam Harris gestolpert bin. Harris bringt darin zwei vermeintlich entgegengesetzte Welten zusammen: die „objektive“ Wissenschaft auf der einen und die „subjektive“ Suche nach Erkenntnis auf der anderen Seite. Für mich war das ein echter Augenöffner und hat mir eine ganz neue Perspektive eröffnet.
Urs Widmer: Vor uns die Sintflut – genialokal* | amazon*
Während meines Studiums habe ich an der Mainzer Universität eine Lesung des Schriftstellers Urs Widmer besucht. Widmer las seine Kurzgeschichte „Shit im Kopf“ – und ich fand seinen Stil so großartig, dass ich mir wenige Tage später dieses kleine Büchlein kaufte. „Vor uns die Sintflut“ enthält 21 Geschichten, Märchen und Parabeln über den Zustand der Welt um die Jahrtausendwende. Es hat mich zu meinen eigenen ersten Schreibversuchen inspiriert und ist eines der Bücher, von dem ich mich niemals trennen werde.
Stephen King: Desperation – genialokal* | amazon* und Jeremias Gotthelf: Die schwarze Spinne – genialokal* | amazon*
„Desperation“ und „Die schwarze Spinne“ sind vielleicht etwas merkwürdige Kandidaten, wenn es um prägende Bücher geht. Ich wollte sie aber unbedingt in meine Liste aufnehmen, weil sie mir schon in meiner frühen Jugend gezeigt haben, welche Macht in der Literatur steckt.
Ist es nicht faszinierend, dass uns eine erfundene Geschichte die Haare zu Berge stehen lassen kann? Bei „Desperation“ konnte ich vor Spannung manchmal kaum weiterblättern, und Gotthelfs „schwarze Spinne“ hat mir sogar den ein oder anderen Alptraum beschert. Seitdem weiß ich, dass man die Kraft der (geschriebenen) Worte niemals unterschätzen sollte.
Wir wünschen dir viel Spaß beim Zuhören und freuen uns wie immer über deine Rückmeldung in den Kommentaren oder im zugehörigen Thread in unserer Community.
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Danke für die schöne Folge, ich mag eure Buchfolgen fast am Liebsten:-) Wie immer wandern danach einige eurer Vorstellungen auf meine Liste. Dieses Mal hat mich „You can buy happiness and it’s cheap“ besonders angesprochen.
Welche Bücher mich besonders geprägt haben.. da müsste ich nochmal länger drüber nachdenken. Spontan sind es bei den Fachbüchern sämtliche Bücher von Anthony William und bei den Romanen alles von Meike Winnemuth, die mich unglaublich inspiriert und deren Bücher nie ohne Folge bleiben.
Freue mich auf weitere Buchfolgen!
Manuela
Hallo Manuela, vielen Dank – wir freuen uns dass wir dich mit unseren Buchempfehlungen inspirieren können und wünschen dir viel Spaß beim Lesen!