
Ein großer Läufer: Emil Zatopek, die “tschechische Lokomotive”. Auch wenn es bei ihm nie so ausgesehen hat – Laufen kann Spaß machen! Foto: Deutsche Fotothek/Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)
Einmal einen Halbmarathon oder sogar einen Marathon laufen – für viele übt diese Herausforderung einen besonderen Reiz aus. Emil Zatopek, die tschechische Lokomotive, hat die Faszination hinter der langen Strecke einmal so ausgedrückt: “Wenn Du laufen willst, dann lauf eine Meile. Wenn Du aber ein neues Leben kennen lernen willst, dann laufe einen Marathon.”
In den nächsten Wochen werden wir uns auf beVegt all den Fragen widmen, die man sich als blutiger Laufanfänger auf dem Weg zum ersten “Finish” so stellt. Im ersten Teil unserer Serie geht es um die Frage, was es denn eigentlich heißt, ein “Läufer” zu sein – und wie man zu einem wird.
Der Inder Fauja Singh fing im Alter von 81 Jahren nach einer etwa siebzigjährigen Sportpause mit dem Laufen an. Acht Jahre später finishte er seinen ersten Marathon. Das war im Jahr 2000.
Inzwischen hält Singh eine ganze Reihe von Altersklassenweltrekorden, ist der älteste Marathon- und Halbmarathonfinisher aller Zeiten und immer noch regelmäßig bei Laufveranstaltungen rund um die Welt anzutreffen.
Was wir von Fauja Singh lernen können ist das: Jeder gesunde Mensch kann einen (Halb-)Marathon laufen.
Neben körperlicher Gesundheit gibt es nur eine weitere unabdingbare Voraussetzung dafür, 21 oder 42 Kilometer am Stück laufen zu können: Man muss sich einige Monate lang darauf vorbereiten, indem man regelmäßig Trainingsläufe absolviert. Und genau da liegt für viele das Problem.
Die 3 Handicaps des Laufanfängers
Als Laufanfänger hat man nämlich mit drei Handicaps zu kämpfen, die einem das “Dranbleiben” schwer machen:
- Das Laufen fällt zu Beginn schwer und macht deshalb nur wenig Spaß. Auch wenn viele Ratgeber für Laufanfänger die unmittelbare und massenhafte Ausschüttung von Glückshormonen ab dem ersten Laufschritt versprechen – die Realität sieht meistens anders aus: Es braucht Zeit, bis Herz-Kreislauf-System, Muskulatur, Sehnen und Bänder soweit entwickelt sind, dass das Laufen mühelos wird.
- Laufanfänger sind gehemmt. Wir Menschen sind soziale Wesen und machen uns ständig Gedanken darüber, wie wir nach außen hin wirken. Und als Laufanfänger fliegt man nun einmal nicht wie Haile Gebrselassie über den Asphalt (Anm.: als fortgeschrittener Läufer im Übrigen auch nicht). Stattdessen hat man einen roten Kopf, ist langsam, und die Einzelteile des Lauf-Outfits passen farblich auch noch nicht richtig zusammen.
- Fortschritte stellen sich in den ersten Wochen des Lauftrainings nur langsam ein. Wer beispielsweise mit dem Laufen beginnt um abzunehmen erlebt häufig eine Enttäuschung. Der Grund dafür: Als Laufanfänger kann man meist einfach noch nicht intensiv genug trainieren, um eine nennenswerte Menge an Kalorien zu verbrennen.
Motivation – von außen oder von innen?
Diese drei Handicaps des Laufanfängers werden dadurch noch verschärft, dass uns zu Beginn unserer Laufkarriere neben unserer Selbstdisziplin nur die sogenannte extrinsische Motivation zur Verfügung steht. Sind wir extrinsisch (von außen) motiviert, dann handeln wir, um einen Vorteil (eine Belohnung) zu erhalten oder um einen Nachteil (eine Bestrafung) zu vermeiden.
Zum Beispiel könnte uns unser Arzt zu mehr Bewegung ermahnt haben, weil sonst früher oder später Herzprobleme drohen (Nachteil/Bestrafung). Oder wir wollen bis zum Sommer einen Waschbrettbauch haben, um am Strand unsere Chancen beim anderen Geschlecht zu verbessern (Vorteil/Belohnung).
Der große Nachteil der extrinsischen Motivation ist, dass wir von ihrer Verfügbarkeit abhängig sind. Wenn wir unser Wunschgewicht erreicht haben, wenn wir einen neuen Partner “erobert” oder unser akutes Gesundheitsproblem (vorübergehend) gebannt haben, dann fällt sie weg – und wir sind beim Kampf gegen unseren inneren Schweinehund wieder auf uns allein gestellt.
Das Gegenteil der extrinsischen Motivation ist (Überraschung!) die intrinsische Motivation. Wenn wir intrinsisch (von innen) motiviert sind, dann tun wir etwas um seiner selbst willen – weil wir es eben einfach tun wollen.
Dieser Zustand, losgelöst von bestimmten Zielen einfach nur um des Laufens willen zu laufen, ist absolut erstrebenswert: Wer zum Beispiel mit dem Laufen angefangen hat um abzunehmen, und anschließend weiterläuft, tut dies mit ziemlicher Sicherheit deshalb, weil er das Laufen zwischenzeitlich lieben gelernt hat.
Oder anders gesagt: weil er zum Läufer geworden ist.
Wie werde ich ein Läufer?

Wer einmal zum Läufer geworden ist wird es immer bleiben – egal wie lange er zwischenzeitlich pausiert. Foto: Oryctes/flickr (CC BY-NC-SA 2.0)
Bis sich eine intrinsische Motivation für das Laufen entwickelt können allerdings Monate oder sogar Jahre vergehen. Zunächst sollte daher das Ziel sein, aus dem Laufen eine Gewohnheit zu machen.
In der Psychologie versteht man unter einer Gewohnheit ein automatisiertes, durch das Unterbewusstsein gesteuertes Verhaltensmuster. Gewohnheiten entstehen, wenn bestimmte Verhaltensweisen beständig wiederholt und somit buchstäblich in unser Nervensystem programmiert werden.
Im Grunde genommen verbirgt sich also hinter der Frage “Wie werde ich ein Läufer?” die Frage “Wie halte ich als Laufanfänger lange genug durch, um zum Gewohnheitsläufer zu werden”?
Um Missverständnissen vorzubeugen: Es ist nicht leicht! Verzweiflung ist aber auch nicht angebracht, denn es gibt bewährte Strategien, die einem das Leben in dieser Phase leichter machen. Und das Dranbleiben lohnt sich – Tim Noakes schreibt in seinem Klassiker “Lore of Running” (eigene Übersetzung):
Interessanterweise muss ein Laufanfänger diesen Prozess, wenn er ihn einmal hinter sich gebracht hat, nie mehr wiederholen. Egal wie lange du nicht läufst – seien es Monate, Jahre oder sogar Jahrzehnte – du wirst kein zweites Mal durch diesen Lernprozess gehen müssen; mit dem Laufen anzufangen wird nie wieder so schwierig sein wie beim ersten Mal, unabhängig davon, wie unfit du in der Zwischenzeit geworden bist.
Alles deute darauf hin, so Noakes weiter, dass die neuronalen (das Nervensystem betreffenden) Prozesse des Laufens in unser Unterbewusstsein übergehen, sobald wir einmal zum Läufer geworden sind – genauso wie beispielsweise die Fähigkeit, Fahrrad zu fahren.
Nach einem langen Arbeitstag wie selbstverständlich zur Laufrunde aufbrechen, als würde man sich noch einmal aufs Fahrrad schwingen, um sich den Kopf von einer lauen Sommerbrise freipusten zu lassen – klingt das nicht verlockend?
Mit Strategie und Selbstdisziplin durch die kritische Phase
Schauen wir uns also an, wie wir die kritische Phase – die ersten Wochen und Monate als Laufanfänger – erfolgreich hinter uns bringen.

Eine prominent platzierte Erinnerung kann helfen, aus dem Laufen eine Gewohnheit zu machen
Zu diesem Zeitpunkt können wir uns noch nicht darauf verlassen, dass uns eine intrinsische Motivation mehrmals pro Woche in die Laufschuhe und auf die Trainingsstrecke treibt.
Die wichtigste Strategie des Laufanfängers ist deshalb diese: Hol dir jede Motivation von außen die du bekommen kannst! Es geht in den ersten Monaten einzig und allein darum, dranzubleiben – und um nichts anderes!
Die im Folgenden vorgestellten Strategien sind vielfach bewährt. Die meisten Läufer haben eine oder mehrere davon schon erfolgreich angewendet – und das Beste ist, dass sie nicht nur in den ersten Monaten einer Laufkarriere hilfreich sind, sondern immer dann, wenn der innere Schweinehund die Oberhand zu gewinnen droht.
8 bewährte Tipps für Laufanfänger
- Je höher der Preis für ein Scheitern ist, desto stärker ist unser Wille zum Erfolg. Deswegen sollte man als Laufanfänger schon früh Verbindlichkeit schaffen, zum Beispiel indem man sich für einen Wettkampf anmeldet und möglichst vielen davon erzählt. Oder indem man sich ein Abnehm-Ziel steckt und bei Facebook & Co. wöchentlich die verlorenen Kilos offenlegt. Ganz wichtig ist in jedem Fall die Einbeziehung der Öffentlichkeit – so entsteht sozialer Druck, der uns auch an kalten, regnerischen Tagen Beine macht.
- Es gibt eine Menge inspirierender Menschen und eine noch größere Menge von Berichten über sie. Nichts motiviert mich mehr als ein gutes Buch oder ein toller Film über außergewöhnliche Persönlichkeiten und ihre Leistungen. Meine persönlichen Favoriten sind “Born to Run” von Chris McDougall, der Film “Spirit of the Marathon” und Leo Babautas Blog “Zen Habits” – diese Art der Motivation sollte sich kein Laufanfänger entgehen lassen!
- Tim Ferris vertritt in “The 4-Hour Body” die Theorie, dass man nichts verändern kann, was man nicht misst. Das ist zwar eine extreme (und meines Erachtens falsche) Sichtweise, aber als Laufanfänger sollten man sich trotzdem nach ihr richten. Wer sich konkrete Ziele steckt und seine Läufe in einem Trainingstagebuch protokolliert, der nimmt seine Fortschritte deutlicher wahr – was wiederum die Motivation steigert.
- Die Ziele sollten dabei anfangs auf keinen Fall zu hoch angesetzt sein – es reicht völlig aus, sich erst einmal eine bestimmte Anzahl an Trainingseinheiten, Kilometern oder Laufstunden pro Woche vorzunehmen. Wer noch nicht in der Lage ist, 5 Kilometer am Stück zu Laufen, kann Gehpausen einlegen – das Ziel lautet dann eben, die Dauer der Gehpausen von Woche zu Woche zu verkürzen.
- Psyche, Herz und Lungen sind im Laufanfänger viel besser entwickelt als Knochen, Bänder und Sehnen. Diese Strukturen brauchen deutlich mehr Zeit um sich anzupassen – entsprechend hoch ist das Verletzungsrisiko. Aus diesem Grund sollte die Trainingsintensität in den ersten Wochen und Monaten möglichst niedrig sein. Eine Verletzung in dieser Phase kann die besten Vorsätze im Handumdrehen zunichte machen.
- Es ist schon so dunkel, es regnet, der Tag war so stressig – nicht nur als Laufanfänger hat man immer eine Ausrede parat wenn sich partout keine Trainingslust einstellen will. Um hier entgegenzuwirken kann man sogenannte Prompts einsetzen – kleine Aufforderungen, die uns unser Ziel immer wieder vor Augen führen. Ein Prompt kann ein gut sichtbar (zum Beispiel an der Haustür, dem Kühlschrank oder dem Badezimmerspiegel) platzierter Post-It-Zettel sein. Oder ein Kalendereintrag, an den das Smartphone mit einem Alarm erinnert. Eine Verabredung mit einem Laufpartner. Oder der schon morgens nach dem Aufstehen vorbereitete Stapel mit den Laufsachen (idealerweise im Hausflur, damit man direkt drüberstolpert wenn man nach Hause kommt – Morgenläufer legen sich den Stapel vor dem Einschlafen neben das Bett).
- Zu jeder erbrachten Leistung, zu jedem erreichten Ziel gehört eine entsprechende Belohnung. Wir vergessen das zu häufig, aber es ist eine vielfach bestätigte Erkenntnis aus der Lernpsychologie: Folgt auf ein bestimmtes Verhalten (in unserem Fall einen Trainingslauf) stets eine Belohnung, dann lernen wir, dass wir diese Belohnung durch das entsprechende Verhalten bewusst herbeiführen können. Das heißt natürlich nicht, dass auf jede Laufeinheit eine ausgiebige Shopping-Tour bei Amazon oder ein Besuch im Sternerestaurant folgen muss – solche großen, materiellen Belohnungen sollten Meilensteinen wie dem ersten Halbmarathon-Finish vorbehalten bleiben. Vielmehr geht es darum, das gute Gefühl nach einem Lauf, das Gemeinschaftsgefühl in der Laufgruppe, den stärker und leistungsfähiger werdenden Körper ganz bewusst zu erfahren und zu genießen. Dazu sind kleine Belohnungen wie ein heißes Bad, ein Glas Rotwein oder ein (selbst zubereitetes!) Dessert natürlich immer erlaubt.
- Zuletzt sollte sich jeder Laufanfänger über eines im Klaren sein: Es ist ein Märchen, dass Laufen immer Spaß macht. Auch erfahrene Läufer lieben nicht jeden Lauf, sondern das Laufen! Jeder Läufer und jede Läuferin kennt die schlechten Tage, an denen einfach die Motivation fehlt. Wenn unserer Lustlosigkeit keine andere Ursache zugrunde liegt (zum Beispiel Burn-out oder Übertraining), sollten wir uns aber auch an solchen Tagen durchbeißen. Jeder Sieg über unsere Bequemlichkeit bringt uns dem Moment näher, in dem das Laufen zu einem natürlichen Teil unseres Lebens wird – dem Moment, in dem wir zum Läufer werden.
PS: An die alten Hasen unter euch: Welche Tricks und Strategien könnt ihr Laufanfängern empfehlen, um durch die kritischen ersten Wochen und Monate zu kommen? An die noch nicht so alten Hasen: Wie motiviert ihr euch zum Laufen? Was hilft euch dabei, dranzubleiben? Schreibt einen Kommentar und diskutiert mit uns!
Noch mehr Informationen zum Thema Lauftraining findet ihr auf unserer Themenseite “Vom Laufanfänger zum Läufer”.















Wow, das ist ein toller Beitrag! Da kann in der Anfangsphase des Laufens (fast) nichts mehr schief gehen.
Ich finde v.a. toll, dass du die Unterscheidung zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation erwähnst. Nur intrinsisch motivierte Veränderungen werden sich langfristig bewähren!
Und ich kann nur bestätigen: Nicht jeder Lauf ist schön und macht Spaß. Aber ohne die schlechten Läufe wüsste man die tollen Läufe gar nicht richtig zu schätzen. Wenn es mal nicht so gut läuft, dann sollte man das nicht zu wichtig nehmen, sondern es einfach als schlechten Lauf akzeptieren und ad acta legen. Der nächste gute Lauf kommt bestimmt!
Außerdem kann es helfen, sich einen Laufpartner zu suchen oder sich einem Lauftreff anzuschließen. Die Gruppendynamik kann zusätzliche Verbindlichkeit schaffen. Außerdem gilt auch hier: Geteiltes Leid ist halbes Leid.
“Nicht jeder Lauf ist schön und macht Spaß. Aber ohne die schlechten Läufe wüsste man die tollen Läufe gar nicht richtig zu schätzen.”
Da hast du vollkommen Recht! Und auch schlechte Läufe lernt man zu schätzen, wenn man eine Zeit lang gar nicht laufen kann… ich habe mir vergangene Woche eine Knieverletzung zugezogen und jetzt ist erstmal Laufpause. Solche Phasen sind immer furchtbar für mich, weil ich eigentlich jeden Tag laufen will.
Das sollte man sich immer dann vor Augen führen, wenn man keine Lust aufs Laufen hat: dass es ein Privileg ist, gesund und in der Lage zu sein, Sport zu treiben. Wir vergessen das viel zu oft…
jaaaa! ich freu mich auf die weiteren Artikel der Serie
Wunderbar geschrieben.
Gut zu wissen, dass ich intrinsisch motiviert bin!
Das freut uns natürlich! Und stimmt, intrinsisch motiviert sein rockt
Ich kann nur jedem empfehlen: Sucht euch einen Lauftreff o.ä.
Das Laufen in der Gruppe macht wirklich viel Spaß und man geht auch unter den ungemütlichsten Bedingungen zum Laufen weil man weiß: Die anderen sind auch da und warten auf dich!
Und Volksläufe im Team sind auch was ganz Besonderes!!
Klaus du hast vollkommen Recht! Das fällt unter den Aspekt “Verbindlichkeit schaffen”… ich denke, jeder muss selbst herausfinden, ob er im Training lieber für sich alleine ist oder ob er von einem Laufpartner oder einer Gruppe profitieren kann.
Wichtig ist auf jeden Fall, dass die Gruppe auf einem vergleichbaren Niveau läuft. Wenn sie zu langsam ist wird man gebremst, wenn sie zu schnell ist überfordert man sich möglicherweise (ein stärkerer Laufpartner kann aber auch ein Vorteil sein, wenn man schon ein gewisses Niveau hat – aber darum geht es hier ja nicht).
Und dass Volksläufe im Team etwas Besonderes sind kann ich absolut bestätigen! Wir laufen selbst seit einigen Jahren in einem kleinen Team und das Erlebnis, sich gemeinsam auf den Weg zu einer Veranstaltung zu machen, ist einfach großartig!
Freue mich auf die Serie
Hallo Lena, das freut uns – wir sind fleißig am Schreiben
Schöner Text mit vielen guten Tipps! Du hättest es fast geschafft, mich zu motivieren “Läufer” zu werden
Nein, ich laufe nur 1x die Woche als Ausgleich und das reicht mir auch. Allerdings muss ich sagen, was mir wirklich am laufen gefällt, man kann es fast jederzeit, fast überall und mit geringstem Aufwand tun, da kommt keine andere Sportart ran.
Da würde ich jetzt sagen: wenn du regelmäßig 1x pro Woche laufen gehst und dir das ein gutes Gefühl verschafft, dann bist du gar nicht so weit von meiner Definition eines Läufers entfernt
Und ich stimme dir zu: Laufen ist wohl der minimalistischste (und natürlichste) Sport den es gibt, das gefällt mir auch so daran.
Toller Artikel. Wenn ich an meine Anfänge 2006 im Mai denke, na holla! “Leichtes” Übergewicht und starker Raucher. Dann von jetzt auf nun mein Leben radikal geändert. Keine Diät, sondern Ernährungsumstellung und ein paar Wochen später meine ersten Läufe. Und ich kam mir doof vor dabei
600m Laufen, dann das gleiche gehen und so weiter. Aber ich bin am Ball geblieben und auch zum Radsport gekommen. Seit 2008 nehme ich an MTB-Rennen teil und auch an einigen Laufveranstaltungen. Sogar recht erfolgreich, und trainier nach Plan. Mein erster Marathon ist für nächstes Jahr geplant und zwar der Oberelbemarathon in Dresden 
Also, man kann (fast) alles schaffen wenn man nur will!!!!!!!!!!!!!!!
ps. Laufen oder besser gesagt Sport macht einfach nur Spaß
Wow Ralph, was für eine tolle Geschichte! Ich denke auch, dass sich so vieles in unserem Kopf abspielt: Wir können wirklich fast alles erreichen, wenn wir es nur wollen.
MTB fahr ich übrigens auch gern, aber keine Rennen. Ich bin der klassische Genussbiker
Leider gibts hier in Rhein-Main nicht so viele schöne MTB-Strecken, jedenfalls keine, die man ohne Auto aus Frankfurt heraus erreichen könnte… deshalb bleibt das Laufen die Leidenschaft Nummer Eins
Viel Spaß und Erfolg natürlich bei der Marathonvorbereitung (auch wenn du ja noch ordentlich Zeit hast bis es soweit ist)!
Wieder einmal ein toller, motivierender Beitrag.
Ich habe letzten März mit 5 Minuten laufen begonnen, mich aber nicht unterkriegen lassen von Gedanken wie “so bringt das nichts”. Klar sind 5 Minuten zur Kalorienverbrennung nebensächlich, aber besser als 5 Minuten vorm Fernseher hocken, das war meine Devise. Umso schöner, dass ich wenige Wochen später 30 Minuten durchlaufen konnte. Mittlerweile laufe ich im Schnitt 4-5 Mal die Woche 45-60 Minuten und bin total stolz. Endlich verstehe ich nun auch die Glückshormonausschüttung, die mit bisher ein Rätsel war.
Diese Woche habe ich einen kleinen Durchhänger (bei -6 Grad ist die Überwindung einfach riesig), aber immerhin habe ich mich gestern dennoch aufgerafft und es überlebt
Vor allem in dem Punkt “Was denken die anderen von mir” habe ich mich wiedergefunden. Wie peinlich es mir früher war, die Strecke bis zum Rhein an der Straße zu laufen. Mittlerweile ist es mir sowas von egal, was die anderen über meine schweißnassen Haare oder meinen Laufstil denken.
Das Laufen ist bei mir momentan fest in den Tag integriert – morgens stehe ich eine Stunde früher auf. So gibt es keine “Ausreden” von wegen “Heute war zu stressig, keine Zeit” etc. und ich kann beschwingt in den Tag starten. Auch wenn es für viele wohl eher abschreckend wäre, um 5 oder 6 Uhr morgens zu laufen – ich mag es
5 oder 6 Uhr morgens – meine Güte, da muss ich passen… so früh komme ich absolut nich in die Gänge
Aber so hat eben jeder seinen Rhythmus und die Hauptsache ist, dass man irgendwann im Laufe des Tages draußen ist und sich bewegt!
Deine Entwicklung ist ja wirklich beeindruckend und zeigt mal wieder, dass es sich lohnt dabeizubleiben, auch wenn anfangs selbst die kürzeste Strecke schwer fällt!
“Je höher der Preis für ein Scheitern ist, desto stärker ist unser Wille zum Erfolg. Deswegen sollte man als Laufanfänger schon früh Verbindlichkeit schaffen, zum Beispiel indem man sich für einen Wettkampf anmeldet und möglichst vielen davon erzählt. Oder indem man sich ein Abnehm-Ziel steckt und bei Facebook & Co. wöchentlich die verlorenen Kilos offenlegt. Ganz wichtig ist in jedem Fall die Einbeziehung der Öffentlichkeit – so entsteht sozialer Druck, der uns auch an kalten, regnerischen Tagen Beine macht.”
Schöner Artikel!!!
Meine kleine Story: Bin seit 231 Tagen täglich unterwegs, Wetter?!
Habe mit 140 kg bei 1,93 m begonnen -”waalking” täglich 4 km, 40 min
Nach 40 Tagen -15 kg – “walgging” täglich 4 km, 32 min
Nach 125 Tagen -30 kg – “laufen” täglich 4 km – 6 km, 26 min – 48 min
Nach 200 Tagen -40 kg – “laufen” täglich 4 km – 14 km, 23 min – 90 min
Beim täglich laufen gibt es keine Möglichkeit einen Lauf zu verschieben
Ich dokumentiere jeden Lauf und mache unterwegs Bilder von der Natur, Bauten, etc. und veröffentliche sie!
Guido …unterwegs…
Hallo Guido, das ist ja Wahnsinn… wie kommt man denn als blutiger Anfänger auf die Idee, gleich mit einem Streak zu starten? Oder hat sich das einfach so ergeben? Ich kann mir gut vorstellen wie so ein Streak eine Eigendynamik entwickelt und es irgendwann schwerer ist aufzuhören als weiterzumachen
Eine tolle Geschichte jedenfalls – danke fürs Teilen!
Und jetzt würde mich natürlich auch noch interessieren, wo genau man deine Fotos bewundern kann
Danke!
Das mit dem Streak hat sich so ergeben. die Pfunde mussten weg!
Ziel (hat sich auch so ergeben): Mittelrhein-Marathon am 2.6.2012…
Beim Laufen nutze ich ein iPhone mit der Lauf-App “runtastic”. Damit habe ich alles bei mir. GPS für die Streckenaufzeichnung und eine recht gute Kamera. In Dehnpausen wird dann fotografiert/geknipst.
Meine Bilder lade ich bei “Instagram”, einer iPhone-Anwendung hoch.
Einfach nach G H (sachlich) suchen.
Guido
*update* “Meine kleine Story”
Bin jetzt seit 349 Tagen täglich …unterwegs…
über 2000 km
Der 1. Halbmarathon kam etwas früher…
Bonn, 22.04.2012, in 1:56:24 Stunden
Laufen ist mittlerweile wie Zähne putzen.
“Keine Zeit” gibt es nicht!
Nächstes Ziel: Frankfurt Marathon 28.10.2012
Viele Grüße
Guido
Hallo Guido, das ist wirklich heftig! Ich glaube ich drücke mich vorm Streaken weil ich dann permanent Angst hätte ihn irgendwann aus welchen Gründen auch immer beenden zu müssen…
Glückwunsch auch zu tollen Zeit beim HM-Debüt! Und in Frankfurt laufen wir natürlich auch, ist ja unser Heimspiel. Vielleicht sehen wir uns dann ja mal! Viel Spaß weiterhin beim Trainieren und Toitoitoi dass dir keine Verletzung o.ä. einen Strich durch die Streak-Rechnung macht!
Wow, Guido, ich bin beeindruckt!
Super schöner Artikel!!!. Ich würde mich auch noch als Anfänger bezeichnen. Habe im Juli mit dem Ziel begonnen 30 Minuten durchlaufen zu können, dann 10km Rennen zu absolvieren, und jetzt habe ich mich für meinen ersten HM angemeldet. Laufe mitlerweile ca. 25-30 km die Woche.
Habe mich nach dem Lesen Eures Artikel gefragt: Warum bin ich eigentlich darn geblieben? Ich schätze, ich habe es einfach lieben gelernt. Ich liebe sogar den Prozess. Es gibt mal schlechte Läufe, dann wieder die wundervollen. Ich habe dem Laufen zum Valentinstag eine kleine Liebeserklärung auf meinem Blog geschrieben…natürlich auch etwas ironisch gemeint…;)
Freue mich mehr von Euch zu lesen. Ich habe noch so viel zu lernen…;)
Liebe Grüße, Mimi
Hallo Mimi, vielen Dank für das Lob – das freut uns! Toll dass du das Laufen für dich entdeckt hast… welchen Halbmarathon hast du dir denn ausgesucht?
Und ich kann dir sagen: auch bei mir gibt es nach mittlerweile 12 Laufjahren und bei etwa 3.500 Trainingskilometern pro Jahr noch immer gute sowie schlechte Läufe. Dieses Auf und Ab ist es, was mir am Laufen so gefällt… es ist wie eine Metapher für das Leben.
Ich wünsche dir viel Spaß bei deiner Halbmarathon-Vorbereitung!
PS: Deine Liebeserklärung ans Laufen ist klasse
[...] Wenn du noch zu den Nicht-Sportlern gehörst – such dir eine Sportart aus, bei der du von anderen gesehen wirst (Online-Rollenspiele zählen also leider nicht – aber wie wäre es zum Beispiel mit Laufen? [...]
Hallo ihr zwei,
ein wirklich toller Beitrag zum Laufen. Ich zähle mich noch zu den Laufanfängern, da ich es noch nicht schaffe, 5km am Stück durchzulaufen, aber ich beginne jetzt wieder mit dem Training. Für mich ist die beste Zeit zum Laufen morgens gleich nach dem Aufstehen. Es ist dann herrlich draußen! Nach so einem kurzen Lauf bin ich topfit und fühle mich frisch!
Im August will ich beim Womens Run in Köln mitmachen und da laufe ich dann die 5km am Stück.
Liebe Grüße Krissi
Hallo Krissi, danke für dein Lob!
Bei mir ist es übrigens so, dass der Tag meist im wahrsten Sinne des Wortes “gelaufen” ist wenns mal nicht anders geht und ich ganz früh morgens die Laufschuhe schnüren muss. Danach komme ich überhaupt nicht mehr in die Gänge… ich bin also ein absoluter Abend-Läufer
Hast du dich schon für den Womens Run angemeldet? Wenn nicht – tu es! Es gibt kaum eine bessere Motivation als ein Wettkampf, für den man schon das Startgeld überwiesen hat. Doch nicht mitmachen ist dann nämlich irgendwie blöd
Wir kommen vielleicht auch nach Köln, weil Katrin dort laufen will… vielleicht treffen wir uns dort ja mal!?
Viele Grüße und weiterhin viel Spaß beim tollsten Sport der Welt!
Hi Daniel,
ja, ich habe mich schon zum Womens Run angemeldet. Für meinen ersten 5km-Lauf. Ich freu mich schon sehr drauf! Und du hast Recht, so eine verbindliche Anmeldung beflügelt einen ganz schön.
Mein Freund wird auch dabei sein und anfeuern!
Viele andere Bloggerinnen sind auch beim Lauf dabei. Ich freue mich darauf euch kennenzulernen.
Liebe Grüße Krissi
Hallo,
vielen Dank für den Beitrag.
Ich bin auch noch Anfängerin. Laufe jetzt seit einem Jahr mehrmals in der Woche, und seit ca. einem Monat “zielgerichtet”.
Im vergangenen Jahr habe ich mich um über 20kg “erleichtert”; jetzt brauchte ich eine neue “Herausforderung”, um das Gewicht zu halten und die Körperform noch etwas zu verbessern…
Zweimal die Woche laufe ich mit Lauftreff-Begleitung (einmal Bahn, einmal 60 min Dauerlauf); so “muss” ich mich nur noch einmal pro Woche selbst motivieren.
Momentan würde ich gern öfter laufen (am liebsten täglich, um es eben wirklich zu einer Gewohnheit werden zu lassen), aber wenn ich zu oft laufe, dann beschweren sich meine Schienbeinkanten noch. Daher bleibt es momentan bei ca. 30km/Woche.
Ich hab mich übrigens (um am Ball zu bleiben) genau an Deine Tipps gehalten und mich zu einem HM im September angemeldet und erzähle das überall herum.
Hallo Vera, vielen Dank für deinen Kommentar und herzlichen Glückwunsch zum erfolgreichen “Laufeinstieg”!
Ich denke du machst es genau richtig – 3x pro Woche klingt sehr vernünftig. Man muss beim Laufen immer daran denken, dass sich Fitness und “Erfolg” bei diesem Sport nicht kurzfristig sondern über Jahre hinweg entwickeln – deshalb solltest du jetzt auf deinen Körper hören, und wenn sich bei höheren Umfängen die Schienbeinkanten melden dann ist ihm das im Moment wohl noch zu viel. Irgendwann wird er auch bei 4 Läufen pro Woche nicht mehr meckern und so steigert man sich allmählich. Geduld ist alles!
Übrigens hatte ich am Anfang meiner Laufkarriere in 2000 auch immer wieder Probleme mit den Schienbeinkanten… bin jetzt aber seit 10 Jahren beschwerdefrei, und dass obwohl ich viiiel mehr und intensiver laufe als damals.
Viele Grüße und weiterhin viel Spaß bei der Vorbereitung auf den ersten Halbmarathon – das wird bestimmt eine super Erfahrung!
Dieser Artikel ist Gold wert! Herzlichen Dank dafür! Er motiviert mich und er hilft mir sehr bei meinem Vorhaben nicht nur Veg sondern BeVegt zu werden
Ich habe soeben in meinem Blog entsprechend darüber berichtet und hierauf verlinkt und werde künftig öfter reinschauen.
Danke!
Hi Cheesy, vielen Dank! Habe eben schon bei dir kommentiert – so ein Lob ist unheimlich motivierend für uns… Ja, auch wir brauchen manchmal Motivation
Liebe Grüße!
Wo kommentiert *nixseh*
Und: Nix zu danken. Ist wirklich sehr interessant und zum nachdenken. Ich hoffe, ich schaffe es, genug von innen motiviert zu sein und genug Motivatoren zu finden
[...] Sehr beeindruckt und nachdenklich gemacht hat mich der Text “Wie man vom Laufanfänger zum Läufer wird – eine Anleitung” und auf diesen Text möchte ich auch eingehen (Quelle: http://www.bevegt.de/laufen-anleitung/) [...]
Hallo zusammen,
vielen Dank für den Artikel. Ich hab vor ca. 3 monaten angefangen, mich aufs Laufen vorzubereiten. seit 4 Wochen laufen ich 3x Woche, mittlerweile schaffe ich 3 km in 30 Min. Ja ich weiß, ist kein Record, trotzdem bin ich stolz auf mich. Selbst heute bei Schneefall war ich Laufen und das, obwohl jede Schneeflocke mir zurief: 2 was machst du hier, weist du wie schön es auf deiner Couch ist…” Aber ich bin hart geblieben und hab es geschafft
). Und seit ich den drink nach dem Training zu mir nehme, bilde ich mir ein, dass ich größerer Erfolge habe, muss nicht nach dem Training die rettung rufen, kann auch am nächsten Tag laufen ( dies war nicht immer so…).
Aber je mehr ich mich mit dem Thema im Netz beschäftige, umsomehr bin ich verwirrt, täglich laufen, janicht täglich laufen, nüchtern laufen, bloß nicht nüchtern laufen…….
Ich hab den Eindruck, je mehr ich lese umso mehr Widersprüche finde ich. Für mich hab ich jetzt beschlossen, ich mach es so das ich mich gut fühle und mein Körper nicht an ein ende unserer Beziehung denk, jeden Tag laufen schaff ich einfach nicht. Und nüchtern hab ich es versucht, da war ich wirklich soweit mittendrin die Rettung zu rufen, also mag das mein Körper auch nicht. Und wir müssen nun mal zuusammen laufen gehen, also sollten wir auch aufeinander hören.
Ich hoffe ich mach nicht allzuviel falsch, die ersten 500 m sind die Hölle , danach macht es schon fast Spaß und wenn ich fertig bin fühl ich mich wohl und zufrieden. Was will man mehr.
Mein Ziel: vielleicht schaff ich in einem Jahr nen Halbmarathon, wenn nicht auch nicht so schlimm, mein nächstes Ziel sind 5 km und dann irgendwann 10.
Euch Aleen noch einen schönen Tag und viel Spaß beim Laufen.
Hey Sylvia, na klar kannst du stolz auf dich sein! Egal wie langsam und wie kurz du (noch) läufst – du machst mehr als der größte Teil deiner Mitmenschen
Zum Thema “wie häufig laufen” kann ich dir nur sagen, dass man ohne Probleme täglich laufen kann, wenn man ein entsprechendes Fitnessniveau erreicht hat. Dann gilt vielmehr: nicht jeden Tag intensiv Laufen, sondern schnelle/harte mit langsamen/kurzen/erholsamen Lauftagen abzuwechseln (Ja, ein Lauf kann tatsächlich “erholsam” sein – da kommst du auch noch hin, versprochen
)
Wenn du dich jetzt nach deinem Körpergefühl richtest machst du es richtig… die Fitness kommt dann mit der Zeit! Das gleiche gilt für das Thema nüchtern laufen oder nicht: ich würde niemals nüchtern laufen, weil man nichts gewinnt, wenn man mitten im Lauf plötzlich unterzuckert ist und sich nach hause schleppen muss.
Ich drücke dir die Daumen dass du dein Ziel erreichen kannst (ich glaube du kannst es auf jeden Fall!)
Viele Grüße, Daniel
Hallo und schöne Pfingsten!
und bin hinterher total entspannt. Momentan laufe ich immer wieder 4,5 km in ca. 30 Minuten. Und wenn ich merke, ich muss mich mehr schonen (Knie oder Leiste), dann wird eben nordisch gewalkt. 20 kg will ich noch verlieren. Die Ernährung ist bereits umgestellt. Ich träume sogar schon zaghaft davon, 2014 an einem Halbmarathon teilzunehmen. Und jetzt gehe ich noch laufen!
Was für tolle Seiten! Meine absolute Gratulation. Und endlich mal jemand, der Tacheles redet und das auf eine total nette Art. Ich bin seit Februar 2013 Veganerin und habe seit ein paar Wochen wieder mit dem Laufen angefangen. Zwischendrin walke ich. Leider schleppe ich zu viele Kilos mit mir herum. 5 davon habe ich schon runter. Dabei war meine Motivation, diese Kilos zu verlieren, um besser laufen zu können und um keine Knieschmerzen mehr nach dem Laufen zu haben. Das hatte erst mal geklappt. Ich finde auch, dass alleine laufen mein Gehirn richtig öffnet. Ich habe dann immer die besten Ideen